Veröffentlicht in Erziehung

Aussies – Schrecken aller Hundetrainer?

Ich bin mehr und mehr verblüfft, wie häufig sich zutiefst verunsicherte Aussie-/Hundeanfänger in Foren/Portalen zu Wort melden, die seitens ihrer „Hundetrainer“ wahre Horrorgeschichten über den Aussie, seine Erziehung, seine Ansprüche, seine Ausbildung und seine jeweilige Kompatibilität mit der jeweiligen Familie zu hören bekommen.

Auch wenn ich mir zuweilen etwas mehr gesunden Menschenverstand und eine Portion Bauchgefühl seitens der Besitzer wünsche, so begeben sie sich immerhin in die (nicht selten recht teuren) Hände von Fachleuten, denen man eben auch Vertrauen zu schenken geneigt ist.

Da wird die Rassewahl nicht nur in Frage gestellt, sondern sogar gradezu pauschal verurteilt. Der Aussie wird in Wesen und Anspruch verzerrt, es wird von normalen Alltäglichkeiten ab- und zu wirrem Prozedere hingeraten. Er darf nicht dies, er darf nicht das. Fachsimpeleien, welcher Wattebausch der treffsicherste ist. Man möchte meinen, der unbedarfte neue Hundebesitzer hat sein neues Familienmitglied nicht von einem seriösen Züchter mit vernünftiger Beratung bekommen, sondern von einem sonderlichen Trödler aus Chinatown und das kleine Pelztier darf weder nach Mitternacht gefüttert werden, noch mit Wasser in Berührung kommen. Gott bewahre, es heißt wohlmöglich auch noch Gismo ..

Mein Eindruck ist, seit der neuen bürokratischen Hürde in Form einer Prüfung für den anerkannten Hundetrainer, schießen die neuen Schulen sogar noch aus dem Boden, statt rückläufig zu werden. Im Gegesatz dazu scheint mir die echte Qualität häufig auf der Strecke zu bleiben, statt aus der Prüfung tatsächlich ein Gütesiegel zu machen. Früher hieß es: Wer nichts wird, wird Wirt …

Ich kenne einige sehr gute Hundetrainer, die Hund und Mensch dort abholen wo sie stehen, die weder Wattebäusche und Glitzerspray, noch Stachelhalsband und Würger rausholen. Die Rasseeigenheiten kennen (oder sich darüber SCHLAU!!! machen) und auch schätzen können. Die kein Rassebeliebtheitsranking führen und danach ihre Kundschaft fühlbar einordnen. Und es lohnt sich durchaus einmal die Woche auch eine evtl. weitere Strecke zum fähigen Hundetrainer in Kauf zu nehmen, zumindest bis man sich sattelfest fühlt. Auch ein örtlicher Hundesportverein kann eine gute Alternative sein, da hier oftmals gute, erfahrene Hundefans/-sportler ihr Wissen teilen und selbst auch häufig eine Arbeitshunderasse führen und sich so in viele Dinge schon mal leichter reinversetzen, eigene Erfahrungen einbringen können.

Ich kann nur hoffen, dass wir unsere Welpenkäufer für das Thema hinreichend sensibilisiert und ihr Selbstvertrauen gestärkt haben. Ihnen genug Gelegenheit geben konnten, von uns und unserem Rudel etwas mitzunehmen. Dass sie selbstbewusst genug sind, die Spreu vom Weizen unterscheiden zu können, welcher Trainer ihnen und iherm Hund gut tut und sich im Zweifel auch mal wieder bei uns rückversichern, wenn ihnen was faul im Staate Dänemark vorkommt.

Der Aussie ist ein Hund. Ein kluger Hund mit Ecken und Kanten, aber kein Alien. Er ist nicht ein Hund für jedermann, aber für jeden, der sich auf ihn bewusst einlassen möchte, der seine Eigenheiten schätzt und flexibel ist und der gewillt ist, das für sich passende Deckelchen zu suchen und zu finden.

Liebe Aussiefans da draußen, die ihr euch lange schlau gemacht habt, euren Aussie mit viel Bedacht von einem guten Züchter eures Vertrauens ausgewählt habt – lasst euch nicht verunsichern. Sucht euren Trainer mit genausoviel Bedacht, wie ihr euren Welpen gesucht habt und alles wird gut.

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Ein Kommentar zu „Aussies – Schrecken aller Hundetrainer?

  1. Schönes Thema 😉 denke oft, das der Mensch sich viel zu spät Gedanken macht über den „Hund“ seiner Wahl. Ich wünsche mir mehr im Vorfeld mehr Verantwortungsgefühl – Gedanken zu machen: Welcher Hund passt überhaupt zu mir?
    Leider sehen sie nur: oh der ist aber schön bunt, so einen möchte ich auch haben…..
    Man kann sich lange bevor der Hund da ist, Hundetrainer anschauen und sich ein Bild machen. Ich hatte das Glück, tolle Hundetrainer zu haben und es macht auch soviel Spaß.
    Für mich wäre es schön, wenn es kontrollierte qualifizierte Hundetrainer gäbe und es müßte Pflicht für jeden Hundebesitzer sein, eine Hundeschule zu besuchen. So bald er einen Hund bekommt gewisses Wissen und den Umgang zu erlernen – vielleicht auch bevor man den Hund hat. Dann würden einige vielleicht bis zu Ende Denken, bevor da ein Zwerg ist, der doch ein Leben lang mit mir verbringen soll – und mir kommen die Jahre noch viel zu kurz vor – da darf man gar nicht dran denken…. was wären wir nur ohne unsere Fellmäuse.

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